Cover für Buch

Kreativer Auftrag für ein Buchcover

Vor einigen Monaten erhielt ich einen erfreulich kreativen Auftrag: Ein Kunde von mir benötigte ein Coverfoto für sein neues Buch. Sein Verleger hatte ihn gebeten, sich mal langsam Gedanken darüber zu machen, da der Veröffentlichungstermin näher rückte.

Seine Gedanken – er hatte grundsätzlich drei Ideen dazu – führten ihn dankenswerter Weise alle zu mir. Im Buch geht es um einen Fälscher; ein Maler, der (jedenfalls zu Beginn) bekannte Gemälde fälscht. Nach einigen gemeinsamen Überlegungen entschieden wir uns für eine Kombination aus zwei seiner Vorschlägen: Ein Foto eines Mannes – offensichtlich Maler – vor einer Staffelei. Der Maler sollte nur als Schattenriss erkennbar sein, Fokus sollte auf dem Gemälde liegen – ein abstraktes Kunstwerk, eine Art Spiralnebel, in grellen Farbtönen – eine Darstellung, welche eine spätere Phase des Künstlers im Roman widerspiegelt.

Bei der Umsetzung stellte ich somit zunächst die grundsätzliche Szene mit der Staffelei dar. Um den „Maler“ – der letztlich ich selbst war – im Schattenriss darzustellen, bot sich eine große Softbox an, welche direkt in Richtung Kamera gerichtet war. Davor die Staffelei, und ein Spotlicht von vorne direkt auf das „Gemälde“. Da dieses Setting nicht viel Platz, und keine Rückwand benötigte, machte ich das Setup gleich gar nicht im Studio, sondern bei mir im Wohnzimmer. Das sah dann so aus (hier bereits mit dem fertigen „Gemälde“, welches aber erst später produziert wurde)

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Da mein Kunde und Auftraggeber seit Jahrzehnten in der Kunstszene aktiv und bekannt ist, hatte er natürlich recht konkrete Vorstellungen was das Gemälde auf der Staffelei anging. Ich musste rasch feststellen dass mich die Erstellung dieses „Kunstwerks“ vor weit größere Herausforderungen stellte, als das eigentliche Foto des Setups. Es klingt im ersten Moment sehr simpel, einen Spiralnebel darzustellen, doch da ich nunmal Fotograf, vielleicht noch Designer, aber sicher kein Maler bin, saß ich erstmal recht ratlos vor meinem Photoshop (dass ich das Gemälde nicht tatsächlich mit Acryl oder dergleichen malen würde, war mir von Anfang an klar – ich wäre wohl heute noch nicht fertig…!). Meine ersten Versuche waren dem Auftraggeber dann auch etwas zu bunt geraten… :)

Abstraktes Bild einer bunten Spirale
Mir gefällt dieses Bild zwar immer noch, aber es entsprach nunmal nicht den Vorstellungen des Kunden. Ich wünschte mir eine direkte Schnittstelle zwischen seinem und meinem Kopf, um zu sehen was er vor seinem geistigen Auge hatte. Mit ein wenig Hilfe von Mr. Google auf der Suche nach zumindest ähnlichen Motiven war dann aber das Resultat doch recht bald wie gewünscht:

Roter Spiralnebel

Somit blieb nur noch: Den finalen Spiralnebel drucken, aufziehen, ab auf die Staffelei, mich selbst als Fälscher/Maler davor platzieren, noch ein wenig mit dem Licht experimentieren… tja, und irgendwann kam dann das Ergebnis raus, welches sowohl den Kunden, als auch den Verlag, als auch mich begeisterte, und in März/April 2014 als Cover der „Faction“ erscheinen wird! Und ich selbst bin auf einem Foto zu sehen (ok, nicht viel von mir) das ich für einen Kunden erstellt habe – kommt auch nicht alle Tage vor!

Otto Hans Ressler im Verlag „Va bENE“, „DIE IRREFÜHRUNG“, ISBN 978-3-85167-277-0
„Neuleinen mit farbigem Schutzumschlag“ – na gut, so kann man das tolle Cover natürlich auch bezeichnen… ;)

Cover für Buch

UPDATE 3.4.2014: Das Buch ist veröffentlicht – und ich muss mich leider vom Druck des Covers distanzieren. Aus eigener Erfahrung weiß ich nur zu gut, dass vor allem dunkle Bereiche einer Aufnahme im Druck sehr leicht „absaufen“ können, wogegen man mit entsprechender Druckvorbereitung vorgehen muss. Das ist bei diesem Cover leider eindeutig nicht geschehen, was natürlich sehr schade ist. Hätte ich das im Vorfeld gewusst, wäre es natürlich leicht gewesen diese notwendige Aufbereitung selbst vorzunehmen (in Form eines Soft-Proofs, wozu ich ein Profil des Ausgabegeräts benötigt bzw. simulieren hätte können) – doch ich ging davon aus, dass das natürlich im Zuge der Druckvorstufe erfolgen wird. Schade drum!

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